Drei Aussagen mit unterschiedlichen Nachweisen

Forschungsfragen im Vergleich, kein Behandlungsablauf und keine erfundenen Abstinenzraten.

AussageBenötigter NachweisAllein nicht ausreichend
Die Szene löst Verlangen ausVergleich der ReizreaktivitätAusgelöstes Verlangen allein belegt keine Abstinenzwirkung
Reaktionen verändern sich im VerlaufMessungen mit geeignetem VergleichVorher-nachher-Werte nur einer Gruppe
Mehr Menschen bleiben rauchfreiAbstinenzvergleich bei benanntem Follow-upImmersion oder Verlangen am Sitzungsende

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Alltagsauslöser, Experiment und Therapie unterscheiden

Ein zufälliger Rauchreiz im Alltag ist keine Therapiesitzung. Herkömmliche Exposition kann unter fachlicher Kontrolle Bilder, vorgestellte Situationen oder reale Reize nutzen; VR bildet eine Umgebung nach. Die Lernannahme heißt Extinktion: Eine Reaktion soll sich verändern, wenn dem Reiz kein Rauchen folgt. Das ist eine zu prüfende Erklärung, kein Beleg für eine dauerhaft gelöschte Verbindung.

Eine 2021 veröffentlichte systematische Übersicht mit Suche bis Juli 2020 fand, dass VR Rauchverlangen auslösen kann, die Behandlungsergebnisse jedoch gemischt waren. Sie umfasste unterschiedliche Designs und Endpunkte, nicht nur große vergleichbare Abstinenzstudien. VR-Ergebnisse beantworten weder die Frage nach jeder herkömmlichen Exposition noch garantieren sie die Übertragung in den Alltag.

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Zwei Studien, unterschiedliche Vergleiche

Eine im Jahrgang 2023 erschienene Studie nahm 100 Personen auf, die schon mindestens eine Woche nicht geraucht hatten. Beide Gruppen erlernten kognitiv-verhaltenstherapeutische Fertigkeiten; die Exposition erfolgte entweder in VR oder in der Vorstellung. Am Ende des achtwöchigen Programms gab es ein günstiges Abstinenzsignal und weniger Abbrüche in der VR-Gruppe. Allerdings brachen 29 Personen ab: Ergebnisse der 71 Teilnehmenden mit Abschluss sind keine Sechsmonatsdaten für alle Randomisierten.

Die 2025 veröffentlichte Studie randomisierte 246 aufhörwillige Personen. Alle erhielten dasselbe etablierte Gruppenprogramm, zusätzlich entweder VR-Reizexposition oder zeitlich vergleichbare Muskelentspannung. Sechs Monate nach Gruppenbehandlung zeigte sich kein statistisch signifikanter Abstinenzvorteil durch VR. Die Russell-Abstinenzdefinition ließ geringfügiges Ausrutschen zu; sie bedeutete nicht durchgehend null Zigaretten. Fehlende Nachbeobachtungsdaten wurden als Rauchen gewertet; pandemiebedingte Ausfälle begrenzen die Interpretation. Das beweist weder Gleichwertigkeit noch Wirkungslosigkeit aller künftigen VR-Behandlungen.

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Sinkendes Verlangen reicht für diese Schlussfolgerung nicht

2025 veränderten sich Verlangenswerte über die Zeit ohne einen spezifischen Vorteil der VR-Gruppe. Veränderungen innerhalb einer Gruppe können auf dem gemeinsamen Programm oder anderen Faktoren beruhen; sie lassen sich nicht allein der VR-Brille zuschreiben. Auch die frühere Studie verband Exposition mit Bewältigungsfertigkeiten, nicht mit dem bloßen Kauf eines Geräts.

Fragen Sie bei Wirksamkeitsaussagen: Wer wurde eingeschlossen, was erhielt die Vergleichsgruppe, wann wurde Rauchfreiheit geprüft? Realitätsnähe, akzeptable Nutzung, ausgelöstes Verlangen und mehr Rauchfreie im Follow-up sind verschiedene Befunde. Kurze Beobachtung, Abbrüche oder wenig erfasste unerwünschte Ereignisse werden nicht durch das Wort ‚immersiv‘ ausgeglichen. Die Studien beweisen keine allgemeine Risikofreiheit.

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Fachliche Unterstützung statt eines Selbstversuchs

Hier gibt es keine Reizvideos, Expositionsstärken oder Wiederholungspläne. Bietet eine Einrichtung Exposition an, können Sie qualifiziertes Fachpersonal nach Evidenz, Vergleich, Nachbeobachtung und Überwachung von Beschwerden fragen. Dieser Text ist kein Anlass, Medikamente oder bestehende Versorgung zu ändern.

Die BIÖG-Angebote unter rauchfrei bieten Beratung und Hinweise auf lokale Unterstützung. Klären Sie den tatsächlichen Leistungsumfang; der Zugang bestätigt kein Angebot von VR oder Reizexposition. Rauchgeschichte, Verlangenswerte und Gesundheitsdaten müssen hier nicht eingegeben werden.

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Das Wichtigste

  • VR ist eine Darbietungsform, kein Endpunkt.
  • Das günstige kurzfristige Signal und die Sechsmonatsstudie bleiben getrennt.
  • Kontrollierte Forschung ist kein eigenständiges Expositionstraining.

Quellen

Die zentralen Aussagen dieser Seite wurden anhand der folgenden Quellen geprüft.

  1. Journal of Medical Internet Research: Virtual reality technology in cigarette craving and smoking interventions: systematic review; search July2020

    Quellen geprüft: 2026-10-05

  2. Addiction Science & Clinical Practice: VR cue exposure versus relaxation added to group smoking-cessation therapy;2025 randomized trial

    Quellen geprüft: 2026-10-05

  3. Psychological Medicine: VR versus imagined cue exposure with CBT skills in already-abstinent smokers;2023 issue, online2022

    Quellen geprüft: 2026-10-05

  4. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: rauchfrei: Beratung und lokale Angebote

    Quellen geprüft: 2026-10-05

Allgemeine Bildung über Forschung mit erwachsenen Rauchenden, kein Psychotherapieplan oder Geräte- beziehungsweise Behandlungsrat. Keine Selbstprovokation, Expositionspläne, individuelle Skaleninterpretation oder Erfassung von Gesundheitsdaten.