90/600 gegenüber 60/600: vier Angaben mit verschiedenen Einheiten

Erfundene Rechenhilfe, keine Studiendaten oder Bewertung realer Behandlungen. Endpunkt und Sechsmonatsbefragung bleiben gleich.

GrößeRechnungBedeutung
Gruppenanteile15 % und 10 %Jeweils bezogen auf 600 Personen
Absolute Differenz15 % − 10 % = 5 ProzentpunkteUmgerechnet fünf zusätzliche Endpunktbeobachtungen pro 100
Risikoverhältnis A/B15 % / 10 % = 1,5Der Anteil in A ist das 1,5-Fache von B
Relative Zunahme(15 − 10) / 10 × 100 = 50 %50 Prozent höher, nicht 50 Prozentpunkte

Zwei Überschriften, dieselben erfundenen Zahlen

Dieses Rechenbeispiel beschreibt weder eine reale Studie noch die Wirkung einer Unterstützung. In den gedachten Angeboten A und B werden jeweils 600 Personen analysiert. Nach sechs Monaten berichten 90 in A und 60 in B, in den vergangenen sieben Tagen keine Zigaretten geraucht zu haben. Für das Beispiel fehlen keine Ergebnisse: 90/600 sind 15 %, 60/600 sind 10 %.

‚50 Prozent höher‘ und ‚fünf Prozentpunkte höher‘ können denselben Vergleich bezeichnen. Das heißt nicht, dass 50 von 100 Personen aufgehört haben. Die Befragung nach sechs Monaten belegt hier auch nicht sechs Monate ununterbrochenes Nichtrauchen.

Subtrahieren ist etwas anderes als dividieren

15 % minus 10 % ergeben fünf Prozentpunkte. Bei zwei gleich großen Gruppen mit je 600 Personen sind das 30 zusätzliche beobachtete Endpunkterfüllungen in A, umgerechnet fünf pro 100. Welche 30 individuellen Ergebnisse A verursacht hätte, lässt sich daraus nicht ablesen.

15 % geteilt durch 10 % ergeben ein Risikoverhältnis von 1,5. Der Anteil in A beträgt 150 % des Anteils in B; relativ zu B ist er um 50 % höher. ‚150 % von‘ ist nicht ‚150 % mehr als‘. Die Bezugsgröße für die Zunahme ist B.

Zur passenden Ergebnistabelle zurückgehen

CONSORT 2025 verlangt Gruppenergebnisse, analysierte und verfügbare Fallzahlen, Effektschätzungen und Präzisionsangaben. Bei einem binären Endpunkt wie diesem sollen sowohl absolute als auch relative Effekte berichtet werden. Suchen Sie diese Angaben im Bericht statt nur in der Überschrift.

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Der gleiche Faktor kann drei statt 30 Personen bedeuten

Ein zweites erfundenes Zahlenpaar lautet 9/600 gegenüber 6/600. Bei gleichem Endpunkt sind das 1,5 % und 1 %. Wieder ergibt sich das Verhältnis 1,5, also eine relative Zunahme um 50 %. Die absolute Differenz beträgt aber nur 0,5 Prozentpunkte, entsprechend drei Personen zwischen den gleich großen Gruppen.

Der Faktor allein verrät diese Größenordnung nicht. Die beiden Übungen sind kein Beleg, welches Angebot besser wirkt. Auch in echten Veröffentlichungen darf ein Verhältnis nicht mit einer geratenen örtlichen Abstinenzquote multipliziert und als persönliche Aussicht ausgegeben werden.

OR und RR nicht umetikettieren

Die Odds Ratio vergleicht Odds statt Ergebnisanteile. Im ersten Beispiel stehen 90/510 in A den 60/540 in B gegenüber. Deren Verhältnis beträgt etwa 1,59, nicht 1,5. Der Nenner der Odds zählt hier Personen ohne den Endpunkt.

OR 1,59 bedeutet deshalb nicht ohne Weiteres ‚59 % mehr Menschen hören auf‘. Eine adjustierte Modellschätzung muss ebenfalls nicht mit dem einfachen Quotienten aus einer gerundeten Tabelle übereinstimmen. Benennen Sie das berichtete Maß und seine Analyse.

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Eine andere Einheit löst keine Unsicherheit

Absolute und relative Angaben gehören mit Vergleichsniveau und Unsicherheit zusammen. Eine Umrechnung beseitigt die Unsicherheit nicht.

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Ein Satz, der nicht mehr verspricht als vorliegt

Zum Beispiel: ‚In der erfundenen Sechsmonatsbefragung erfüllten 15 % unter A und 10 % unter B den Endpunkt ohne Zigaretten in den letzten sieben Tagen: fünf Prozentpunkte absolute Differenz und ein nicht adjustiertes Risikoverhältnis von 1,5.‘ Es gibt hier keine reale Intervention, keinen kausalen Nachweis und kein Konfidenzintervall. ‚Wirksamkeit bewiesen‘ wäre ein Zusatz ohne Grundlage.

Bei echten Zahlen gehört das berichtete Konfidenzintervall neben die passende Schätzung. Population, Vergleich, Endpunkt, Zeitpunkt und Analyse bleiben sichtbar. Diese Aufgabe braucht nur veröffentlichte Gruppenzahlen, keine persönlichen Rauch- oder Gesundheitsdaten; sie ersetzt auch keinen Vergleich verschiedener Studien nach ihren Bedingungen.

Persönliche Fragen nicht mit dem Quotienten beantworten

Das BIÖG-Portal rauchfrei verweist auf Beratung und örtliche Unterstützung. Für die Auswahl einer eigenen Hilfe wenden Sie sich an qualifiziertes Fachpersonal oder eine Fachberatungsstelle und prüfen die aktuellen Angebotsbedingungen. Diese Rechnung wählt keine Behandlung für Sie aus.

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Das Wichtigste

  • Vor ‚höher‘ beide Gruppenanteile suchen.
  • Prozentpunkte, Risikoverhältnis und relative Prozentangabe unterscheiden.
  • Vergleichsniveau, Endpunkt und berichtete Unsicherheit beibehalten.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn die Vergleichsgruppe keinen Endpunktfall hat?

Der einfache Quotient würde durch null teilen und ist nicht definiert. Erfinden Sie keine prozentuale Zunahme. Lesen Sie die tatsächlich verwendete statistische Methode, ihre Schätzung und Annahmen.

Quellen

Die zentralen Aussagen dieser Seite wurden anhand der folgenden Quellen geprüft.

  1. Cochrane: Cochrane Handbook, chapter 6, §6.4: risk difference, risk ratio and odds ratio

    Quellen geprüft: 2026-10-04

  2. CONSORT–SPIRIT Group: CONSORT 2025 expanded checklist — item 26, outcomes and estimation

    Quellen geprüft: 2026-10-04

  3. Cochrane: Cochrane Handbook, chapter 15, §15.4: interpreting absolute and relative effects

    Quellen geprüft: 2026-10-04

  4. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): rauchfrei — Beratung und Unterstützung

    Quellen geprüft: 2026-10-04

Allgemeine Forschungskompetenz, keine persönliche Rauchstoppprognose oder Behandlungsauswahl. Alle Rechenzahlen sind erfunden. Es werden keine persönlichen Eingaben erhoben oder gespeichert; individuelle Versorgungsfragen gehören zu qualifiziertem örtlichem Fachpersonal.