Alle Zahlen sind erfunden. Ein Punkt entspricht einer Person: 20 dunkle Punkte erfüllen das Kriterium, 60 helle nicht, 20 gestrichelte haben fehlende Daten. Eine Gruppe, keine zwei Behandlungen.
- A · 20 / 100 = 20%
Alle Eingeschriebenen bleiben im Nenner. Fehlende Ergebnisse gelten hier rechnerisch als nicht erfüllt, nicht als nachgewiesenes Rauchen.
- B · 20 / 80 = 25%
Nur Personen mit Daten bleiben. Die Quote wächst durch den kleineren Nenner, nicht durch zusätzliche erfüllte Ergebnisse.
Wer bleibt im Nenner?
Bei einem Ja-Nein-Ergebnis zählt der Zähler die Personen, die das Kriterium erfüllen; der Nenner nennt die dafür analysierte Gruppe. CONSORT verlangt Angaben zu analysierten Personen, verfügbaren Daten je Ergebnis und Zeitpunkt sowie Gruppenresultaten. Die Zahl der Eingeschriebenen ist nicht automatisch jeder spätere Nenner.
Zugewiesen, tatsächlich teilgenommen, nachbeobachtet und analysiert sind verschiedene Zahlen. Bei „25 Prozent Erfolg“ ohne diese Angaben bleibt eine Berichtslücke; sie lässt sich nicht durch Vermutungen schließen.
Ein erfundener Datensatz, zwei Quoten
Keine Studiendaten: 100 Personen beginnen. Am festgelegten Termin liegen für 80 Ergebnisdaten vor; 20 erfüllen dasselbe feste Kriterium, 60 nicht. Für 20 fehlen Daten. 20 geteilt durch alle 100 ergibt 20 Prozent; 20 geteilt nur durch die 80 mit Daten ergibt 25 Prozent.
Das sind zwei Rechnungen für dieselbe Gruppe, nicht zwei Behandlungen. Die Zahl der beobachteten Personen mit erfülltem Kriterium bleibt 20. Werden fehlende Ergebnisse als nicht erfüllt eingestuft, ist das eine Analyseannahme, kein Nachweis, dass diese Menschen rauchten. Keine der Rechnungen ist automatisch unverzerrt.
Erfolg braucht Inhalt und Zeitpunkt
Rauchstopp, weniger Zigaretten, abgeschlossene Termine und Zufriedenheit sind unterschiedliche Ergebnisse. Prüfen Sie die vollständige Definition, den Zeitpunkt und ob es sich um den vorab festgelegten primären oder einen sekundären Endpunkt handelt.
Sechs Monate Nachbeobachtung können eine Frage nach den letzten sieben Tagen enthalten, statt nach sechs durchgehend rauchfreien Monaten. Produktumfang und Bestätigungsmethode gehören ebenfalls zur Vergleichbarkeit.
Fehlende Daten sind keine beobachteten Misserfolge
Suchen Sie Zahl und Gründe fehlender Ergebnisse je Gruppe, das Analyseverfahren und Sensitivitätsanalysen mit anderen Annahmen. Nur vorhandene Beobachtungen auszuwerten, Werte zu ersetzen oder ein Modell zu verwenden sind unterschiedliche Entscheidungen.
CONSORT erläutert die nötigen Annahmen: Einfache Ersetzungsregeln sind nicht garantiert konservativ oder unverzerrt. Eine vollständig wirkende Quote verwandelt ein unbekanntes Ergebnis nicht in eine Messung.
Doppelt so hoch oder zehn Prozentpunkte mehr?
Ein weiteres rein erfundenes Rechenbeispiel: Zwei tatsächlich vergleichbare Gruppen haben jeweils 100 Personen. 20 erfüllen den Endpunkt in der einen, 10 in der anderen. Das sind 20 und 10 Prozent, eine absolute Differenz von zehn Prozentpunkten und ein relatives Verhältnis von 2. Nicht zwanzig zusätzliche Prozentpunkte.
Das Beispiel enthält weder eine reale Maßnahme noch Randomisierungsnachweise oder ein Konfidenzintervall. Es erklärt Einheiten, nicht Wirksamkeit. In echten Berichten braucht die absolute und relative Gegenüberstellung auch Angaben zur Unsicherheit.
Die Unsicherheit nicht weglesen
Ein geschätzter Unterschied sollte seine Präzision zeigen, meist mit einem Konfidenzintervall. Ein breites Intervall lässt die Größe des Unterschieds unsicherer. Es beseitigt weder verzerrte Nachbeobachtung noch inkompatible Endpunkte. Ein Gruppenresultat unter bestimmten Versorgungsbedingungen ist keine persönliche Prognose.
Wenn eine Quote für eine Versorgungsentscheidung wichtig ist, besprechen Sie den Originalbericht mit qualifizierten Fachleuten vor Ort: Passen Bevölkerung, Unterstützung, Endpunkt und Beobachtungsdauer zur Frage? Eine Schlagzeile reicht nicht für eine individuelle Erfolgschance. In Deutschland ist die BIÖG-Telefonberatung ein möglicher Einstieg in die Suche nach Unterstützung. Dort einen Kontakt zu finden bestätigt jedoch nicht, dass eine Studienquote auf diese Beratung oder auf Sie übertragbar ist.
Das Wichtigste
Häufige Fragen
Lassen sich Fallzahlen aus einer gerundeten Quote zurückrechnen?
Ohne Nenner nicht zuverlässig. Viele unterschiedliche Zahlen ergeben dieselbe gerundete Quote. Suchen Sie die Ergebnistabelle.
Müssen fehlende Ergebnisse immer als Rauchen gelten?
Keine allgemeine Regel erfinden. Lesen Sie das vorgesehene Verfahren und seine Annahmen. Als nicht erfüllt eingestuft ist nicht dasselbe wie Rauchen beobachtet.
Sind vier Wochen und sechs Monate direkt vergleichbar?
Nicht nur wegen desselben Etiketts. Zeitpunkt, Verhaltensfenster, Produkte, Verifikation, Population und Nenner müssen geprüft werden.
Ist die Studienquote meine Erfolgschance?
Ein Gruppenresultat bestimmt keine individuelle Wahrscheinlichkeit. Für die Einordnung in persönliche Versorgung sind Kontext und qualifizierte Beratung nötig.
Quellen
Die zentralen Aussagen dieser Seite wurden anhand der folgenden Quellen geprüft.
- SPIRIT–CONSORT Group: CONSORT 2025 — item 26: Numbers analysed, outcomes and estimation
Quellen geprüft: 2026-10-01
- SPIRIT–CONSORT Group: CONSORT 2025 — item 14: Prespecified outcomes and time points
Quellen geprüft: 2026-10-01
- SPIRIT–CONSORT Group: CONSORT 2025 — item 21c: Missing data and sensitivity analyses
Quellen geprüft: 2026-10-01
- Society for Research on Nicotine and Tobacco / Piper et al.: SRNT — Defining and Measuring Abstinence (2019 online; 2020 issue), time windows and product scope
Quellen geprüft: 2026-10-01
- Cochrane / Schünemann et al.: Cochrane Handbook 6.5 (2024), chapter 15 (updated August 2023): precision and applicability
Quellen geprüft: 2026-10-01
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Telefonberatung — Unterstützung bei Vorbereitung und Planung
Quellen geprüft: 2026-10-01
Allgemeine Studienlektüre mit erfundenen Rechenbeispielen, keine Rangliste von Behandlungen, reale Erfolgsquote oder persönliche Prognose.