Erfundene Erhebungen: Termin und Fenster nebeneinander
Dieselben ursprünglichen 100 Personen; Zeit ab Randomisierung. Unbekannt wird als nicht abstinent gewertet. Keine kontinuierlichen Verläufe.
| Erhebung | Abgefragter Zeitraum | Verfügbar / unbekannt | Berichteter Anteil |
|---|---|---|---|
| Monat 3 | Vorhergehende 7 Tage | 90 / 10 | 24/100 = 24% |
| Monat 12 | Vorhergehende 7 Tage | 80 / 20 | 18/100 = 18% |
Erhebungstermin und Abstinenzdauer getrennt lesen
Die SRNT-Methodenübersicht unterscheidet den zeitlichen Ausgangspunkt von der gemessenen Abstinenzdauer. Die Uhr kann ab dem geplanten Rauchstopptag oder dem Beginn der Intervention laufen; auch die Randomisierung kann als Bezug angegeben sein. Zwölf Monate ab unterschiedlichen Ereignissen sind nicht derselbe Termin. Den Bezug nicht aus der Überschrift ergänzen.
Danach den abgefragten Zeitraum prüfen: Sieben-Tage-Abstinenz bei der Zwölfmonatserhebung bedeutet nicht zwölf Monate kontinuierliche Abstinenz. Ebenso gehört dazu, wann Unterstützung tatsächlich stattfand oder endete. Erhebungen während laufender Unterstützung und danach haben einen anderen Kontext; dauerhaft zugängliche Angebote haben möglicherweise kein eindeutiges Interventionsende.
Dieselben 100 Personen, dieselbe Frage, zwei Termine
Das Rechenbeispiel ist vollständig erfunden und beschreibt weder eine Behandlung noch eine echte Studie. Die ursprünglichen 100 Personen werden drei und zwölf Monate nach Randomisierung befragt. Endpunkt ist jeweils kein Zigarettenrauchen während der vorhergehenden sieben Tage. Alle verfügbaren Angaben gelten hier als korrekt erfasst.
Nach drei Monaten erfüllen 24 den Endpunkt, 66 nicht; bei zehn ist er unbekannt. Nach zwölf Monaten sind es 18, 62 und 20. Wird unbekannt als nicht abstinent gewertet und der Nenner bei 100 belassen, ergeben sich 24% und 18%: sechs Prozentpunkte weniger. Mehr unbekannte Ergebnisse am späteren Termin sind eine Setzung dieses Beispiels, kein allgemeines Gesetz.
Sechs Prozentpunkte weniger sind nicht sechs nachgewiesene Rückfälle
Alle 18 später Abstinenten könnten zu den ursprünglichen 24 gehören. Es könnten aber auch nur acht daraus stammen und zehn andere erst am späteren Termin den Endpunkt erfüllen. Beide Anordnungen ergeben dieselben Summen. Bei der ersten fehlen sechs, bei der zweiten sechzehn der früheren 24 in der späteren Gruppe der Endpunkt-Erfüllenden.
Nicht zu dieser Gruppe zu gehören beweist kein erneutes Rauchen: Ein späteres Ergebnis kann unbekannt sein. Zwei Sieben-Tage-Fenster zeigen auch nicht, was dazwischen geschah. Jemand könnte zwischenzeitlich rauchen und das letzte Fenster dennoch erfüllen. Das sind mögliche Zuordnungen erfundener Zahlen, keine belegten Verläufe oder Übergangswahrscheinlichkeiten.
Zulässig wäre: ‚Unter dieser Wertungsregel sank der erfundene Anteil von 24% auf 18%; die Summen identifizieren keine Rückfallzahl.‘ Ein kausaler Effekt, ein Konfidenzintervall oder eine persönliche Prognose wurde nicht vorgegeben.
Ist die längste Nachbeobachtung immer die wichtigste?
Spätere Erhebungen können den Stand nach mehr verstrichener Zeit, auch nach Interventionsende, beschreiben. Ihr Wert hängt jedoch von Forschungsfrage und Endpunkt ab. Ein spätes kurzes Fenster bleibt ein kurzes Fenster. Personen später zu erreichen kann schwieriger sein, beweist aber nicht für jede Studie mehr fehlende Daten oder stärkere Verzerrung.
Bei punktueller Abstinenz können später neue Personen den Endpunkt erfüllen; der Anteil muss nicht stetig sinken. Eine kontinuierliche Definition ohne Rauchen ab festem Beginn stellt dagegen mit längerem Zeitraum eine zusätzliche Anforderung. Diese Logik ist nicht auf Momentaufnahmen übertragbar. Keine der beiden legt allein die Richtung eines Gruppenunterschieds fest.
Den vorab festgelegten primären Erhebungszeitpunkt suchen und andere Termine mit ihrer jeweiligen Rolle berichten. Nicht nachträglich die günstigste Zahl auswählen oder zwölf Monate allein wegen des streng klingenden Etiketts bevorzugen. Teilnehmerzahlen, Präzision, tatsächliche Unterstützung und Annahmen zu fehlenden Daten bleiben wichtig.
Über Termine hinweg lesen, ohne einen Verlauf hinzuzuerfinden
Für jeden Termin Zeitursprung, Endpunktfenster, gruppenspezifischen Zähler und Analysenenner zusammen mit verfügbaren und fehlenden Ergebnissen festhalten. Gründe und Umgang mit fehlenden Daten zu diesem Zeitpunkt prüfen. Wer bei einem Termin keine Daten hat, muss nicht bei allen anderen fehlen; ein allgemeines Flussdiagramm beantwortet nicht unbedingt jede Endpunkt-Zeitpunkt-Frage.
Behauptet die Studie individuelle Übergänge, braucht man verknüpfte Erhebungen oder Ereignisverläufe samt Rückfalldefinition. Fehlen sie, die Zusammenfassung auf die berichteten Anteile pro Termin begrenzen. Unterschiedliche Zeitursprünge, Fenster und Unterstützungsphasen lassen sich zwischen Studien nicht allein anhand der Monatszahl vergleichen. Dafür werden keine Identitäten von Teilnehmenden benötigt.
Studientermine sind keine persönliche Erfolgsfrist
Das BIÖG-Angebot rauchfrei verweist auf Beratung und Unterstützung. Für persönliche Fragen qualifizierte Fachpersonen ansprechen und aktuelle örtliche Angebote klären. Ein Studienbesuch nach drei oder zwölf Monaten setzt Leserinnen und Lesern keine Frist, bis zu der sie erfolgreich sein müssen.
Das Wichtigste
Quellen
Die zentralen Aussagen dieser Seite wurden anhand der folgenden Quellen geprüft.
- SRNT Treatment Research Network / Nicotine & Tobacco Research: SRNT abstinence update — Duration of Abstinence and measurement histories
Quellen geprüft: 2026-10-04
- SPIRIT–CONSORT Group: CONSORT 2025 expanded checklist — assessment times, participant flow and available outcomes
Quellen geprüft: 2026-10-04
- Cochrane: Cochrane Handbook chapter 8, §8.5 — outcome-specific missing-data bias
Quellen geprüft: 2026-10-04
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: rauchfrei — Beratung und Unterstützung
Quellen geprüft: 2026-10-04
Allgemeine Studienkompetenz, keine persönliche Rauchstatusbewertung, Wahrscheinlichkeitsschätzung oder Behandlungsempfehlung. Alle Zahlen sind erfunden; keine persönlichen Daten werden abgefragt, gespeichert oder gesendet.