Was die Abfolge der Räume vergleicht

Vereinfachte Darstellung des Experiments von 2006, keine Anleitung für zu Hause und keine persönliche Rückfallkurve. A und B sind Laborräume; alle Personen wurden in beiden getestet.

PhaseRaum und Bedeutung der HinweiseAussage der Phase
Lernen · ATablettfarben kündigten mögliche beziehungsweise unmögliche Rauchgelegenheiten an.Zunächst konnte eine unterschiedliche Verlangensreaktion entstehen.
Extinktion · BAuf keine der Farben folgte Rauchen.Die zuvor gelernte Differenz im Verlangen nahm ab.
Test · A und BDieselben Hinweise wurden in beiden Räumen ohne Rauchen geprüft.Der Raumvergleich prüfte die Kontextabhängigkeit der abgeschwächten Reaktion.

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Im neuen Büro ruhig, an der alten Seitentür unruhig

Ein vollständig erfundenes Beispiel: Nach dem Rauchstopp verspürt jemand bei Pausen im neuen Büro kaum Verlangen. Beim Besuch des alten Büros entsteht an der früheren Rauchpausentür ein starker Drang. Dieser Unterschied gehört zur Geschichte. Die Folgerung ‘Nur der Umzug hat geholfen, alle Fortschritte waren unecht’ lässt sich daraus aber nicht ableiten.

Ein Kontext ist mehr als eine Adresse. Tür, vertraute Kolleginnen und Kollegen sowie die erwartete Pause bilden eine andere Kombination als im neuen Büro. Das kann Unterschiede verständlich machen, ohne Verlangen mit tatsächlichem Rauchen gleichzusetzen. Auch Belastung, Zeitpunkt und weitere Hinweise könnten anders gewesen sein; ein Besuch trennt diese Ursachen nicht.

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Zwei Laborräume statt persönlicher Rauchorte

Thewissen und Kollegen untersuchten 2006 insgesamt 33 aktuell rauchende Personen, überwiegend junge Erwachsene ohne damalige Absicht aufzuhören. In Raum A kündigten unterschiedliche Tablettfarben an, ob Rauchen möglich sein würde. In Raum B folgte auf keine Farbe Rauchen. Anschließend wurden beide Räume getestet; die Reihenfolge wurde ausbalanciert. Beide Räume hatten zunächst wenig Rauchbezug und waren keine vertrauten Rauchorte der Teilnehmenden.

Die Auswertungen von Extinktion und Renewal bezogen sich auf die 25 Personen, die zunächst eine unterschiedliche Verlangensreaktion auf die Hinweise erworben hatten. Beim Test trat diese Differenz im ursprünglichen Lernraum wieder auf, im Extinktionsraum hingegen nicht statistisch signifikant. Gemessen wurde selbstberichtetes Verlangen, nicht späterer Rauchstopp oder Rückfall. Das stützt kontextabhängige Reaktionen in diesem Versuch, liefert aber keine persönliche Rückfallwahrscheinlichkeit für den alten Arbeitsplatz.

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Abschwächung ist nicht unbedingt Löschung

Extinktion bezeichnet in der Lernforschung eine Abschwächung der gelernten Reaktion, wenn auf einen Hinweis nicht mehr das erwartete Ereignis folgt. Dabei muss die ursprüngliche Verbindung nicht gelöscht werden. Neues Lernen kann in seinem Entstehungskontext leichter abrufbar sein; ein anderer Kontext kann eine ältere Erwartung wieder stärker ins Spiel bringen.

Renewal bedeutet hier nicht ‘das gesamte Verlangen ist zurück’. Entscheidend war die Differenz zwischen zwei Hinweisen, nicht die Rückkehr sämtlichen Verlangens aller Personen zum Ausgangswert. Auch eine niedrige Reaktion in Raum B beweist nicht, dass ein bestimmter Alltagsort vor dem Rauchen schützt.

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Eine konkrete Schwierigkeit lässt sich besprechen

‘An der alten Seitentür kam Verlangen auf, bei anderen Pausen weniger’ beschreibt das Problem genauer als ‘alles ist zurückgesetzt’. Qualifizierte Rauchstopp-Beratung kann diese Situation im Zusammenhang mit weiteren Umständen besprechen. Daraus folgt keine Empfehlung, den Versuch nachzustellen, Zigaretten zu handhaben oder absichtlich schwierige Orte aufzusuchen, um eine gelöschte Erinnerung zu prüfen.

In Deutschland bietet das BIÖG unter 0800 8 31 31 31 kostenfreie Telefonberatung und bei Bedarf Vermittlung zu Beratungsstellen an. Die aktuellen Zeiten stehen auf der offiziellen Seite. Diese Website benötigt weder Ihre Rauchgeschichte noch die Adresse des betreffenden Ortes.

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Das Wichtigste

  • Ein früherer Rauchort kann relevant sein, ohne Rauchen unvermeidlich zu machen.
  • Untersucht wurde eine Verlangensdifferenz, keine Rückfallrate im Alltag.
  • Konkrete Situationen lassen sich mit qualifizierter Unterstützung besprechen, ohne Fortschritte abzuschreiben.

Quellen

Die zentralen Aussagen dieser Seite wurden anhand der folgenden Quellen geprüft.

  1. Thewissen and colleagues · Maastricht University / Behaviour Research and Therapy: Renewal of cue-elicited urge to smoke (2006); original manuscript in Smoking in context, chapter 5

    Quellen geprüft: 2026-10-06

  2. National Cancer Institute: Tips for Coping with Nicotine Withdrawal and Triggers

    Quellen geprüft: 2026-10-06

  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Telefonberatung

    Quellen geprüft: 2026-10-06

Allgemeine Erklärung von Lernforschung, keine persönliche Rückfallprognose, Diagnose oder Anleitung zur Reizexposition als Behandlung.